HÖHEN UND TIEFEN FRÜHER – Austausch zwischen dänischer und deutscher Kunst

Das Kunstmuseum in Tønder

HÖHEN UND TIEFEN – Austausch zwischen dänischer und deutscher Kunst FRÜHER UND HEUTE ist Teil des Wiedervereinigungsjubiläums und Freundschaftsjahres zwischen Dänemark und Deutschland 2020. Hier richten das Kunstmuseum in Tønder und das Kunstmuseum Schloss Brundlund den Fokus auf das Verhältnis zwischen der dänischen und deutschen Kunstszene von 1820 bis 2020. In einer FRÜHER- und einer HEUTE-Ausstellung entfalten die beiden Museen diese 200 Jahre mit einer tollen Auswahl an Werken. Die Ausstellung reflektiert über die Bedeutung der Grenze für die Kunst in beiden Ländern und diskutiert, ob es in der dänischen und deutschen Kunst heute noch immer Reminiszenzen an die Geschichte gibt.

HÖHEN UND TIEFEN FRÜHER ist ein kunsthistorischer Einblick in die dänisch-deutschen Beziehungen, die im Laufe der Zeiten die Kunst und die Kunstszene in beiden Ländern durch eine Reihe historischer Ereignisse geprägt haben. Getragen wird die Ausstellung von Themen, die eine Linie vom Jahr 1820 bis in die Zeit um den Zweiten Weltkrieg ziehen und sich in der Kunstgeschichte niedergeschlagen haben. Die Ausstellung zeigt, wie sich im Zuge der Kriege des 19. Jahrhunderts Inspiration und Freundschaft zwischen den Künstlern änderten und zu einer gesellschaftspolitischen Feindschaft entwickelten – insbesondere auf dänischer Seite mit einer Distanzierung zur deutschen Kunst. 

Es ist eine Geschichte, die viel über uns selbst aussagt und darüber, wie Machtverhältnisse und Politik unseren Kulturkanon beeinflussen – obwohl mehrere dänische Künstler trotz politischer Feindschaften den Blick nach Deutschland richteten

SØS BECH LADEFOGED
KURATORIN AM MSJ – KUNSTMUSEUM IN TØNDER

Die Vorgeschichte des Verhältnisses zwischen der dänischen und deutschen Kunst der letzten Jahrhunderte ist Voraussetzung, um verstehen zu können, warum sich die Kunst in den beiden Ländern bisweilen trotz der geringen geografischen Entfernung unterschiedlich entwickelt hat. Dies wird in der Ausstellung im Kunstmuseum Tønder verdeutlicht, die das Publikum durch diese gemeinsame historische Reise führt. Eine Reise, die das Verhältnis zwischen der dänischen und der deutschen Kunstszene erschütterte, was sich in Stil, Kunstauffassung und den Beziehungen zwischen den Künstlern untereinander widerspiegelt. Das Publikum erhält die Möglichkeit, markante Künstler von beiden Seiten der Grenze zu erleben. Deutsche Künstler, die selten in Dänemark zu sehen sind, und dänische Künstler, die in Folge der Geschichte in ein neues Licht gerückt werden.

HÖHEN UND TIEFEN FRÜHER ist ein Nachtrag zu unserer Geschichte – mit einem Stück Kunstgeschichte, das bisher noch nicht erzählt worden ist. 

ACHTEN SIE AUF:

J.C. DAHL

Der norwegische Landschaftsmaler, der sich in der Ausstellung zwischen dänische und deutsche Künstler schleicht, war eine zentrale und bedeutende Gestalt für die dänischen und deutschen Künstler – ein Bindeglied für den dänischen und deutschen Zusammenhalt. Er reiste häufig durch Deutschland und pflegte einen ausgeprägt deutschen Stil. Um den Norweger J. C. Dahl kommt man in der Erzählung über die dänische und die deutsche Kunstszene nicht herum. 

OTTO MUELLER

Der deutsche Expressionist mit einer Vorliebe für den freien und nackten Menschen. Mueller gehörte der Künstlergruppe Die Brücke an, die mit ihrem Manifest von 1906 wohl den Anschub für die Avantgarde in Deutschland gab. Die Brücke wollte die Welt mit ihrer Kunst verändern. Ihre Utopie war ein paradiesisches Dasein, in dem der Mensch frei und primitiv leben kann, abseits von der sich rasant entwickelnden Industrialisierung im damaligen Deutschland. 

FRANCISKA CLAUSEN

Die Künstlerin aus Nordschleswig, die erst nach ihrem Tod Anerkennung fand. Franciska Clausen studierte Kunst in Deutschland und arbeitete mit einigen der Künstler zusammen, die später Professoren an der wegweisenden Kunstschule Staatliches Bauhaus in Deutschland wurden. Als sie in den 1930er Jahren nach Dänemark zurückkehrte, hatte sie u. a. Inspirationen des Bauhauses mit im Gepäck. Zuhause in Dänemark wurde sie für ihren geometrischen deutschen Stil kritisiert. Danach führte Clausen ein stilles Dasein als Porträtmalerin in Aabenraa. Erst 1986 erlebte sie mit dem Verkauf eines Werks an die Dänische Nationalgalerie einen kleinen Durchbruch. Franciska Clausen brachte de facto als erste den Stil der Avantgarde von Deutschland mit nach Dänemark.

Das Kunstmuseum in Tønder

Das Kunstmuseum in Tønder befindet sich im neuesten Teil eines Gebäudekomplexes mit großen, hellen Ausstellungsräumen, die beeindrucken. Erleben Sie wechselnde Ausstellungen dänischer und nordischer Kunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert, wenn das Museum den Fokus auf die nordischen Merkmale in der Kunstgeschichte richtet und neue Seiten der Werke bekannter und weniger bekannter Künstler zeigt. Die Begegnung zwischen der nordischen Kunst und dem sinnlichen Umfeld erzeugt ein Kunsterlebnis von internationalem Rang.

Sie können auch den Wasserturm hinaufsteigen und dabei die Werke des nordschleswigschen Möbeldesigners Hans J. Wegner bewundern. Testen Sie die Stühle und spüren Sie am eigenen Körper, warum Wegner und seine Sitzmöbel in aller Welt bekannt sind. Genießen Sie die Aussicht vom Wasserturm und gönnen Sie sich anschließend einen Besuch im Museumscafé.